Kunst aus dem Mund: Der Gesang

Eigentlich kommt der Gesang gar nicht vom Mund, sondern vor allem aus dem Kehlkopf. Es wird vermutet, dass wir schon gesungen haben, bevor wir sprechen konnten. In der Musik ist der Gesang der Ausdruck der Sprache und folgt bestimmten Tonleitern, die dann auch von Instrumenten gespielt werden können. Zunächst formten wir Laute, die irgendwann auch melodiös wurden und schliesslich zu einer Art Lied wurden, das überliefert werden konnte. Man vermutet auch dass das Singen einst dazu diente , Raubtiere zu vertreiben und das Dorf somit zu sichern. Singen stärkt auch die Gemeinschaft, nicht umsonst sind heute noch Chöre so beliebt. Das ist auch ein Grund, warum wir so gerne zu Konzerten gehen – weil wir dort gemeinsam singen können (und die Musik so laut ist dass uns keiner hört). Und schliesslich gibt es noch die Theorie, dass früher Singen auch eine Art und Weise war, Frauen zu beeindrucken und somit der Arterhaltung diente.

Um Singen zu können, braucht man das Zwerchfell, die Lunge, die Stimmlippen, den Kehlkopf und auch den Mund als Resonanzraum. Um besonders hoch singen zu können wurden Menschen übrigens noch bis ins 18. Jahrhundert kastriert. Heute wird das vor allem Countertenor gemacht, der ein speziell ausgebildetes Falsett hat.

Die ersten bekannten Sänger waren die Barden des Mittelalters, von denen die meisten jedoch vor allem wegen ihrer Texte geschätzt wurden. Auch wenn die großen Komponisten viele Werke schrieben, die gesungen wurden, so dauerte es doch bis ins 20. Jahrhundert, bis große Sänger ebenso berühmt wurden wie die Verfasser der Texte.

Zu den großen Sängern und Sängerinnen der Musikgeschichte gehören vor allem die Stars der Oper und Operette. Maria Callas wird dabei jedem ein Begriff sein, bei den Männer die Tenöre Jose Carreras und Placido Domingo. Aber auch in der modernen Musik haben sich Sänger bekannt gemacht. Marlene Dietrich zum Beispiel und natürlich auch Louis Armstrong waren vor dem Zweiten Weltkrieg schon berühmt. Im Bereich der Rockmusik wird nach wie vor der Queen-Sänger Freddy Mercury als einer der bedeutendsten genannt. Elvis und Kurt Cobain hatten zumindest einen Kultstatus, David Bowie und Bob Dylan waren zwar nicht überragende Sänger, schrieben aber mit ihren Texten Musikgeschichte.

Aber auch im Bereich des Amateurgesang erfreut sich die Musik noch immer großer Beliebtheit. allein in Deutschland gibt es über 60.000 Chöre und die meisten haben großen Zuspruch.