Musik ist so alt wie die Menschheit

Die ersten Form der Musik war der Gesang. Als die Menschen begannen einen Kehlkopf zu formen waren sie auch in der Lage Laute zu bilden. Ausserdem wurde der Kiefer größer und man war in der Lage, ein größeres Stimmvolumen zu haben. Natürlich gibt es heute keine Aufzeichnungen darüber, was die Neandertaler oder der Homo Sapiens gesungen haben, aber manche Wissenschaftler sind sich sicher, dass musikalische Laute dazugehörten. Es gibt auch die Theorie, dass Musik sich durch sexuelle Selektion weiterentwickelt hat. Wer die schönsten Laute machte, bekam das Weibchen.

Musikinstrumente hingegen brauchten etwas länger. Sie kamen in der Jungsteinzeit auf und waren zunächst aus Ton gefertigt. Die meisten dabei waren Rhythmusinstrumente, auch die später in der Bronzezeit gefertigten Tierfiguren enthielten Kieselsteine, mit denen man rasseln konnte.

Die ersten musikalischen Versuche waren meist liturgischen Ursprungs und wurden als Gesänge oder Rhythmen bei religiösen Zeremonien gemacht. Fast in jeder Kultur fand man Hinweise darauf, sei es in Fundstücken, Zeichnungen oder Malereien. Die Sumerer hatten zum Beispiel Priestermusiker und von den Babyloniern ist bekannt, dass sie bereits Harfeninstrumente nutzten. Bald kamen dann Blasinstrumente hinzu. Auch in China waren Saiten bekannt und wurden in Form einer Zither benutzt. Aus der Shang-Dynastie sind dann auch Flöten überliefert. Ausserdem gab es ein Tonartensystem, das zwischen männlichen und weiblichen Tönen Unterschied – in Anlehnung an die Yin-Yang-Philosophie. Auch aus Indien und dem alten Ägypten sind bereits aus dem ersten Jahrtausend vor Christus Musikinstrumente bekannt.

Vom Ritual zur Unterhaltung

In der Antike wurde die Musik dann vor allem aus dem rituellen Umfeld befreit und die Herrscher begannen sie als Instrument zur Unterhaltung der Massen zu benutzen. Bereits die Griechen nutzen das, vor allem mit Harfen und Trompeten, und später die Römer in ihren Arenen. Im Mittelalter bildeten sich die Minnesänger, und ab der Barockzeit kann man von komplexen Musikkompositionen sprechen. Komponisten wie Händel und Bach nutzen gigantische Kirchenorgeln um ihre Meisterwerke zu Gehör zu bringen. Zu dieser Zeit waren Ensembles bereits mit Geigen, Trommeln, Trompeten und anderen Instrumenten ausgestattet. Große Veränderungen brachte dann die Wende von 19. zum 20. Jahrhundert, als moderne Musik erfunden wurde. Dazu gehörten zum einen Experimente wie die Zwölftonmusik, vor allem aber der Jazz. Letzterer hat die Grundlage zu der Musik geliefert, die wir heute hören. Aus ihm entstand der Rock’n’Roll, aus diesem wiederum die Rockmusik, der Reggae und letztlich auch die Indie-Musik. Einen neuen Schub, was Instrumente betrifft, brachten vor allem der Synthesizer und später Computer generell. Erstmals war es damit möglich, nicht natürliche Töne zu spielen, was unter anderem zur psychedelischen Musik führte.

Musik ist heute sowohl Kunstform als auch Unterhaltungsmedium. Sie hat sich niemals wirklich vom rituellen Ursprung gelöst, und so wird auch heute noch in Gottesdiensten gesungen. Auch in anderen Kulturen wie dem Buddhismus spielen Gesänge ein große Rolle.

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